English:  engl Español:  

WILLKOMMEN!

Wer liest, reist durch die ganze Welt, taucht in fremde Kulturen und neue Horizonte ein. Lesen durchbricht Grenzen, weitet die Enge des Alltags, eröffnet grenzenlose Möglichkeiten, erweckt Träume. Lesen fördert Entwicklung. Wer liest, verändert sich, wird kritisch, autonom und aktiv.

Die Deutsch-Nicaraguanische Bibliothek und der Bücherbus Bertolt Brecht arbeiten seit 1993 beziehungsweise 1987 erfolgreich in Nicaragua. Wir erwecken die Lust am Lesen bei Kindern in der Bibliothek und in Schulen, bei Gefängnisinsassen und Familien in ländlichen Gemeinden.

Öffnungszeiten:

MO – FR  8:00 Uhr bis 12:30 Uhr
u. 13:30 Uhr bis 16:45 Uhr

Elisabeth Zilz 24.10.1922 - 28.8.2012

Elisabeth Zilz

24.10.1922 – 28.8.2012

“Deine Liebe zu Büchern, zur Natur, zur Schöpfung Gottes, werden wir, die wir deine kulturelle Vision weiterführen, für immer in unseren Herzen tragen”

Das gesamte Team des Bibliothek und der Vorstand trauert: Am Morgen des 28. August 2012 schlief Projektgründerin Elisabeth Zilz im 90. Lebensjahr friedlich im Frankfurter Nord-West-Krankenhaus ein. Ihrem unermüdlichen Einsatz und ihrer Ausdauer ist es zu verdanken, dass die Deutsch-Nicaraguanische Bibliothek heute eines der erfolgreichsten Bildungsprojekte in Nicaragua ist, das tausende Menschen jährlich mit Büchern versorgt. Ihr ganzes Leben widmete sie der Lesevermittlung und dem Kampf für Frieden und Gerechtigkeit.

Wenn Sie Anteil am Tod dieser außergewöhnlichen Frau nehmen möchten: Pan y Arte hat ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet. HIER KLICKEN!

Lesen Sie HIER einen Nachruf von Pan y Arte-Vorstandsmitglied Diwi Dreysse.

Der Bücherbus Bertolt Brecht legt jedes Jahr über 10.000 Kilometer zurück. Mittlerweile ist das dritte Modell im Dienst. Die äußere Gestaltung entstand im März 2012 im Rahmen einer Street-Art-Tournee durch Mittelamerika und die Karibik unter der Leitung des deutschen Pop-Art und Graffiti-Künstlers Jim Avignon. Entwickelt wurde das neue Design zusammen mit nicaraguanischen Jugendlichen in einem vom Goethe-Institut Mexiko und der Deutschen Botschaft in Managua geförderten Workshop. Die MitarbeiterInnen der Bibliothek und die großen und kleinen LeserInnen sind begeistert vom ihrem neu gestalteten Bus.

Wie ironisch ist doch das Leben

Gefangen die Freiheit zu finden

Eingesperrt zu fliegen und

In einem engen Raum zu wachsen

~

Einsamkeit

Furchtbare Einsamkeit 

Ich halte es nicht mehr aus,

ich sterbe

vor lauter Stille.

~

Das Einsperren

Beim Einsperren eines Toten bewahrt sich die Kälte eines Lebens. Du warst in meinem Atem, jetzt bist du in meinem Inneren; du isst mich Tag für Tag, wie die Sonne die Kälte des Morgens. Ich habe die Geduld des Dienstags; ich bewahre unser letztes Treffen auf und fühle die Wärme hier drinnen, auch wenn mein Körper kalt ist. In dieser Dunkelheit, mein Liebling, ist mein Körper entflammt. 

 

Ich schreie

Ich schreie und schreie, niemand hört.

Ich bitte und bitte, niemand gibt.

Hallo, hallo, wer bin ich?

Hilfe, hilfe, niemand hilft mir…

 

Blau bin ich gekleidet,

warum sieht mich niemand?

Existiere ich etwa nicht?

Bin ich tot?

Aber ich fühle mich lebendig,

hilf mir, Herr!

 

Ach, Gott!

Wenn ich gefangen bin,

habe ich keinen Wert mehr,

wenn die Regierung mich gestrichen hat

von der Liste der Vergebung.

Freiheit.

Für diejenigen, die ihrer beraubt sind, ist das ein magisches Wort, ein allgegenwärtiges Verlangen. Per Gesetz dieses elementaren Rechts beraubt zu sein ist deprimierend, nervenaufreibend, schmerzhaft und erniedrigend.

Die Autoren der oben zitierten Gedichte sind nicht frei. Sie sind Häftlinge in den vier staatlichen Gefängnisse, die der Bücherbus Bertolt Brecht monatlich besucht.

In einem von der deutsch nicaraguanischen Bibliothek ermöglichten und von der Weltbank finanzierten Workshop beschäftigten sich ca. 60 Häftlinge ein halbes Jahr lang mit Poesie und Prosa und versuchten sich auch selber im Schreiben.

Mit erstaunlichen, beeindruckenden, bewegenden Ergebnissen.

Die von den Teilnehmern eingereichten Gedichte, Kurzgeschichten und Briefe wurden zu einem Buch zusammengefasst und veröffentlicht, mit dem Titel Libertad bajo Palabra.

Ein Buch voller Fantasie und Emotionen. Gedruckte Seiten, auf denen sich Werwölfe und Nixen tummeln neben Drogenhändlern und missbrauchten Kindern.

Es geht um Einsamkeit, Trauer und Verzweiflung. Um schwierige Fälle und harte Erinnerungen.

Aber es geht auch um Träume von Freiheit und Reisen in ferne Länder oder in ein anderes Leben, um Liebe und Leidenschaft und Hoffnung.

Circa 400 Exemplare wurden gedruckt und kostenlos an die Autoren und ausgewählte Unterstützer des Projektes verteilt, nachdem das Buch ganz offiziell am 21. März in der Bibliothek vorgestellt wurde. Eine studentische Theatergruppe hatte eine Performance vorbereitet in Ermangelung der echten Artisten, deren Erscheinen von der zuständigen Behörde nicht genehmigt wurde.

Nun wird der Ball ins Rollen gebracht, Madeline Mendieta, die Direktorin der Bibliothek, trägt die Geschichten der Häftlinge ins Radio,berichtet im Fernsehen und stellt das Buch  in Schulen und Universitaeten vor. So finden die Stimmen derjenigen, die sich von der Gesellschaft vergessen und ausgrenzt fühlen, Gehör und Beachtung. Was den Autoren verwehrt bleibt, gelingt ihren Worten: Sie überwinden die Gefängnismauern und sind

FREI.

Mit einer kleinen Feier gedachte die Bibliothek und ihre Gründerin, Elisabeth Zilz, am Freitag, den 16. März 2012 des wichtigen Datums.

Vidaluz Menesses, Dichterin,  ehemalige Mitarbeiterin des Kulturministeriums, langjährige Freundin des Projektes und Vize-Präsidentin im Vorstand der ANAC, eröffnete die Feier. Anschliessend stellte Elisabeth die  25-jährige Geschichte des Projektes vor, begleitet von zahlreichen Fotos. Danach sprach  Pablo Centeno, ehemaliger Professor an der UNAN, Dichter und Begleiter des Projekts, über Alexander von Humboldt.

Abgerundet wurde die Feier durch einige Mitglieder des nicaraguanischen Jugendorchesters von Irma Koch und einem kleinen Imbiss.

Das Poesiefetival 2012 in Granada: Der Buecherbus Bertolt Brecht ist unterwegs auf den Strassen der Stadt, an Bord Poeten. In dieser Woche kann jeder Wortekuenstler zum Mikrofon greifen und seine Kunstwerke erklingen lassen. Und wer nicht selber schreibt, bedient sich der Kunst Anderer und erweckt sie mit seiner Stimme zum Leben…+

Der Ferienplan

Ein bisschen gespannt und aufgeregt war das Team der Biblioteca Alemana Nicaraguense und nach dem ersten erfolgreichen Tag fiel allen ein Steim vom Herzen. Denn an motivierten und fröhlichen Kindern mangelte es nicht.Im Laufe der Woche ereiferten sich die kleinen Barcelonistas und Realistas in spannenden und torreichen Begegnungen (sogar Manchester war eingeladen zum Freundschaftsspiel),unter den fleißigen Händen der Künstler- und Bastelfraktion entstanden Schneemänner, Nikoläuse und Weihnachtsbäume,die mehr oder minder talentierten Sänger der Karaokegruppe vertrieben sämtliche Leser aus dem großen Saal und erfüllten ihn mit viel viel Gelächter,auch das Tanzbein und der Baseballschläger wurden mit großer Begeisterung geschwungen, für ein wenig Ruhe sorgte das weihnachtliche Kino und eine Theatergruppe stellte mit wenig Zeit, aber viel Eifer und Kreativität eine kleine, eigene Version des Märchens Die drei Federn auf die Beine.Zum Abschluss des plan vacacional gab es eine Feier mit Präsentation der Ergebnisse, Preisen und natürlich mit piñata.

 Die Bibliothek der Deutsch Nicaraguanischen Schule Managua traegt seit dem 16.02.2012 den Namen Elisabeth Zilz, zu Ehren der Gruenderin des Buecherbusses Bertolt Brecht und der Deutsch Nicaraguanischen Bibliothek.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.