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WILLKOMMEN!

Wer liest, reist durch die ganze Welt, taucht in fremde Kulturen und neue Horizonte ein. Lesen durchbricht Grenzen, weitet die Enge des Alltags, eröffnet grenzenlose Möglichkeiten, erweckt Träume. Lesen fördert Entwicklung. Wer liest, verändert sich, wird kritisch, autonom und aktiv.

Die Deutsch-Nicaraguanische Bibliothek und der Bücherbus Bertolt Brecht arbeiten seit 1993 beziehungsweise 1987 erfolgreich in Nicaragua. Wir erwecken die Lust am Lesen bei Kindern in der Bibliothek und in Schulen, bei Gefängnisinsassen und Familien in ländlichen Gemeinden.

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag

von 8:00 Uhr bis 12:30 Uhr
u. von 13:30 Uhr bis 16:45 Uhr

 

 

Wie ironisch ist doch das Leben

Gefangen die Freiheit zu finden

Eingesperrt zu fliegen und

In einem engen Raum zu wachsen

~

 

 

Einsamkeit

Furchtbare Einsamkeit 

Ich halte es nicht mehr aus,

ich sterbe

vor lauter Stille.

~

Das Einsperren

Beim Einsperren eines Toten bewahrt sich die Kälte eines Lebens. Du warst in meinem Atem, jetzt bist du in meinem Inneren; du isst mich Tag für Tag, wie die Sonne die Kälte des Morgens. Ich habe die Geduld des Dienstags; ich bewahre unser letztes Treffen auf und fühle die Wärme hier drinnen, auch wenn mein Körper kalt ist. In dieser Dunkelheit, mein Liebling, ist mein Körper entflammt. 

 

Ich schreie

Ich schreie und schreie, niemand hört.

Ich bitte und bitte, niemand gibt.

Hallo, hallo, wer bin ich?

Hilfe, hilfe, niemand hilft mir…

 

Blau bin ich gekleidet,

warum sieht mich niemand?

Existiere ich etwa nicht?

Bin ich tot?

Aber ich fühle mich lebendig,

hilf mir, Herr!

 

Ach, Gott!

Wenn ich gefangen bin,

habe ich keinen Wert mehr,

wenn die Regierung mich gestrichen hat

von der Liste der Vergebung.

 

 

Freiheit.

 

Für diejenigen, die ihrer beraubt sind, ist das ein magisches Wort, ein allgegenwärtiges Verlangen. Per Gesetz dieses elementaren Rechts beraubt zu sein ist deprimierend, nervenaufreibend, schmerzhaft und erniedrigend.

Die Autoren der oben zitierten Gedichte sind nicht frei. Sie sind Häftlinge in den vier staatlichen Gefängnisse, die der Bücherbus Bertolt Brecht monatlich besucht.

In einem von der deutsch nicaraguanischen Bibliothek ermöglichten und von der Weltbank finanzierten Workshop beschäftigten sich ca. 60 Häftlinge ein halbes Jahr lang mit Poesie und Prosa und versuchten sich auch selber im Schreiben.

Mit erstaunlichem, beeindruckenden, bewegenden Ergebnissen.

Die von den Teilnehmern eingereichten Gedichte, Kurzgeschichten und Briefe wurden zu einem Buch zusammengefasst und veröffentlicht, mit dem Titel Libertad bajo Palabra.

Ein Buch voller Fantasie und Emotionen. Gedruckte Seiten, auf denen sich Werwölfe und Nixen tummeln neben Drogenhändlern und missbrauchten Kindern.

Es geht um Einsamkeit, Trauer und Verzweiflung. Um schwierige Fälle und harte Erinnerungen.

Aber es geht auch um Träume von Freiheit und Reisen in ferne Länder oder in ein anderes Leben, um Liebe und Leidenschaft und Hoffnung.

Circa 400 Exemplare wurden gedruckt und kostenlos an die Autoren und ausgewählte Unterstützer des Projektes verteilt, nachdem das Buch ganz offiziell am 21. März in der Bibliothek vorgestellt wurde. Eine studentische Theatergruppe hatte eine Performance vorbereitet in Ermangelung der echten Artisten, deren Erscheinen von der zuständigen Behörde nicht genehmigt wurde.

Nun wird der Ball ins Rollen gebracht, Madeline Mendieta, die Direktorin der Bibliothek, trägt die Geschichten der Häftlinge ins Radio,berichtet im Fernsehen und stellt das Buch der Haeftlinge in Schulen und Universitaeten vor. So finden die Stimmen derjenigen, die sich von der Gesellschaft vergessen und ausgrenzt fühlen, Gehör und Beachtung. Was den Autoren verwehrt bleibt, gelingt ihren Worten: Sie überwinden die Gefängnismauern und sind

FREI.

 

Mit einer kleinen Feier gedachte die Bibliothek und ihre Gruenderin, Elisabeth Zilz, am Freitag, den 16. Maerz des wichtigen Datums.

Vidaluz Menesses,Dichterin,  ehemalige Mitarbeiterin des Kluturministeriums, langjaehrige Freundin des Projektes und zweite Vorsitzende des Vorstands, eroeffnete die Feier.

Anschliessend stellte Elisabeth die  25jaehrige Geschichte des Projektes vor, unterstuetzt durch eine Fotoshow.

Danach sprach  Pablo Centeno, ehemaliger Professor an der UNAN, Poet und langjaehriger Freund, ueber Alexander von Humboldt.

Abgerundet wurde die Feier durch einige Mitglieder des Jugendorchesters von Irma Koch und einen kleinen Imbiss

Das Poesiefetival 2012 in Granada: Der Buecherbus Bertolt Brecht ist unterwegs auf den Strassen der Stadt, an Bord Poeten. In dieser Woche kann jeder Wortekuenstler zum Mikrofon greifen und seine Kunstwerke erklingen lassen. Und wer nicht selber schreibt, bedient sich der Kunst Anderer und erweckt sie mit seiner Stimme zum Leben…+

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