Theater Plan Vacacional 2

(Bericht von Hauke Sommer, Freiwilliger im Projekt)

Schule aus. Große Ferien hier in Nicaragua. Damit die großen Ferien nicht zu einem großen Loch des Fernsehens und der Langeweile werden, haben wir in der Bibliothek in ersten beiden Ferienwochen eine „Aktion Ferienspss“ gestartet. Jeder der 5 Mitarbeiter gestaltete eigene Programmteile. Reybil zum Beispiel, unterhielt die Kinder mit Märchenlesungen.

Ich habe in der ersten Woche jeden Vormittag Spiele mit Mathematik veranstaltet. Es wurden Zahlen gebastelt, die danach mehrstelligen Zahlen kombiniert werden mussten, später gab ich Sodukos für Kinder aus oder stellte die Team-Aufgabe, mit vielen bunten Zahlen eine Riesenrechnung an der Wand aufzustellen, natürlich mit einem richtigen Ergebnis am Ende.

Die Arbeit mit den Kindern hat mir wirklich gut gefallen, viel Spaß gebracht und mich auch viel gelehrt. Der Großteil der bis zu 150 Kinder, die die Bibliothek stürmten, war leider eher daran interessiert, zu basteln, zu spielen, als Aufgaben zu lösen. Daher schrumpfte meine zuerst euphorische Gruppe von 30, 40 Kindern schnell auf einen Kern von ungefähr 10 Kindern. Während der Teamaufgabe äußerten sich viele Schwierigkeiten, bei einer Gruppenarbeit aufeinander einzugehen, zusammenzuarbeiten, um die Riesenrechnung mit Zeitdruck fertigzustellen. Allerdings wird so etwas hier in der Schule wohl auch nie gemacht – hier lebt ja Frontalunterricht – und ich hoffe, in der obligatorischen Gruppenbesprechung danach, rübergebracht zu haben, worum es bei derartigen Aufgaben geht.

Mein Stammteam, das ich inzwischen schon recht gut kannte, bildete dann in der Woche darauf auch meine Theatergruppe. Auch wenn es pädagogisch nicht besonders wertvoll ist, einige Kinder auszuschließen, hatte ich so eine Gruppe, mit der ich arbeiten konnte und zum Abschlussfest am Ende der Woche sogar eine kleine Vorführung geben konnte.

Nachdem wir sehr viel Spaß bei einigen Improvisationsszenen hatten, musste ich mich entscheiden, eine ausgestaltete Improvisation vorzuführen, oder noch ein Stück mit Textbuch anzufangen. Auf Wunsch der Kinder entschied ich mich dann, „La cena de Tío Tigre“ zu „inszenieren“. Leider war die Zeit dafür mit knapp zwei Nachmittagen viel zu knapp, zumal einige meiner Stars auch in andere Plan-Vacacional-Aktivitäten eingewickelt waren.
Dementsprechend gelang die Aufführung dann nicht nationaltheaterreif, aber immerhin bekamen wir etwas auf die Bühne, Lust wurde geweckt – bei den Kinder und bei mir. Ich möchte nächstes Jahr eine wöchentliche Theatergruppe anbieten!

Theater Plan Vacacional 3

Hauke Sommer, Dezember 2009